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Frankfurt-Nordend

Das Nordend ist ein Wohnquartier in Frankfurt am Main. Es besteht aus den zwei Stadtteilen Nordend-Ost und Nordend-West, die durch die Friedberger Landstraße getrennt, in der Regel aber als zusammengehörig betrachtet werden und gemeinsam in etwa den Ortsbezirk Innenstadt III bilden. Mit mehr als 54.000 Einwohnern auf einer Fläche, die ungefähr der des relativ kleinen Frankfurt-Höchst entspricht, weist das Nordend die höchste Einwohnerdichte des Frankfurter Stadtgebietes auf.

Abgrenzung

Das Quartier grenzt nördlich des Anlagenrings an die Frankfurter Innenstadt. Im Norden reicht es weit über die äußere Frankfurter Ringstraße, den Alleenring, hinaus, so dass heute keine klare Abteilung zu den anschließenden Stadtteilen zu erkennen ist. Grob lassen sich der Eschenheimer Turm im Südwesten, das Funkhaus des Hessischen Rundfunks und der neue jüdische Friedhof im Norden, die Friedberger Warte im Nordosten, sowie der Günthersburgpark im Osten als Grenzpunkte ausmachen.

Das deutlich kleinere aber etwas bevölkerungsreichere Nordend-Ost grenzt am Sandweg an das Frankfurter Ostend. Die Begrenzung zum Stadtteil Bornheim verläuft entlang der Arnsburger, Wiesen- und Comeniusstraße, durch Wasserpark und Friedhof Bornheim entlang der Dortelweiler Straße bis zur Friedberger Landstraße.

Das Nordend-West liegt zwischen der Friedberger Landstraße im Osten und der Eschersheimer Landstraße im Westen. Es grenzt östlich außer an das Nordend-Ost auch noch an Bornheim und westlich an das Westend. Die nördliche Begrenzung zum Stadtteil Dornbusch markiert die Bertramswiese und der Kühhornshofweg. Die Grenze zu Eckenheim verläuft quer durch den Frankfurter Hauptfriedhof.

Die Bezirksgrenzen des dritten Innenstadtbezirks sind geringfügig enger gezogen. Der Block zwischen Alleenring (Höhenstraße) und Burgstraße (statistischer Bezirk 240, Nordend-Ost) gehört zum vierten Innenstadtbezirk.

Parks und Grünanlagen

Die größte Grünanlage im westlichen Nordend ist der 75 Hektar große Frankfurter Hauptfriedhof zwischen den beiden wichtigen Verkehrswegen Eckenheimer Landstraße und Friedberger Landstraße. Der nördliche Teil des Friedhofs sowie der angrenzende neue jüdische Friedhof gehören bereits zum Stadtteil Eckenheim. Am westlichen Ende des Stadtteils liegt der Holzhausenpark mit dem Holzhausenschlösschen.

Gebäude

Das wohl bekannteste Gebäude des Nordends dürfte das „Funkhaus am Dornbusch“ sein. Auf diesem Gelände sollte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg der Deutsche Bundestag angesiedelt werden, weshalb in unmittelbarer Nachbarschaft zum bereits bestehenden Gebäudekomplex einer ehemaligen Lehrerbildungsanstalt mit dem Bau des künftigen Plenarsaals begonnen wurde. Als Frankfurt in der Hauptstadtfrage Bonn knapp unterlag, wurde das runde Gebäude innen als Sendezentrum für den hr-Hörfunk ausgebaut. Einzig die Außenansicht und die für den Bundestag als Foyer gedachte Vorhalle („Goldhalle“) blieben von der Umplanung unberührt; der „Rundbau“ war vom Architekten der Frankfurter Paulskirche, dem Sitz der ersten deutschen Nationalversammlung, nachempfunden worden. Bis 1999 waren im „Rundbau“ die hr-Hörfunkstudios mit Ausnahme der Nachrichtenstudios, Schneideräume für Vorproduktionen, Hörspielstudios und Büroräume der Hörfunktechnik untergebracht.

Angrenzend an den „Rundbau“ wurde später der hr-Sendesaal, ein großer Saal für Konzerte und andere öffentliche Veranstaltungen, errichtet, als dessen Entrée die „Goldhalle“ heute dient. Der Gesamtkomplex des hr-Geländes, auf dem in den folgenden Jahren unter anderem in einem Hochhaus die Hörfunk- und Fernseh-Schaltzentralen der ARD untergebracht wurden, erhielt anschließend den Namen des angrenzenden Stadtteils.

Nicht weit davon entfernt liegt die Deutsche Bibliothek an der Kreuzung Nibelungenallee/ Eckenheimer Landstraße, die 1946 zur Sammlung des deutschen Schriftguts für die Westzonen in Frankfurt etabliert wurde. Seit der Wiedervereinigung ist sie zweiter Standort der Deutschen Nationalbibliothek neben der Deutschen Bücherei in Leipzig. Das Gebäude ist gut an den künstlerisch aufgestellten Backsteinplastiken zu erkennen.

Am Nibelungenplatz steht das höchste Hochhaus des Stadtteils. Es wurde 1966 von Shell errichtet und hat eine Höhe von 110 m. Das damals höchste Gebäude der Stadt verfügte unter Anderem über einen Atomschutzbunker im Keller. Nachdem es 1993 umfassend umgebaut und mit einem Panoramaaufzug versehen wurde, ist es heute unter dem Namen Büro Center Nibelungenplatz bekannt.

Seit wenigen Jahren ist im Nordend ebenfalls das Polizeipräsidium Frankfurt beheimatet. An der Kreuzung Miquel-/Adickesallee/Eschersheimer Landstraße ist es äußerst verkehrsgünstig gelegen.

Neben den markanten Einzelgebäuden ist das Nordend durch mehrstöckige Wohngebäude aus dem späten 19. Jahrhundert geprägt. Im innenstadtnahen südlichen Teil der beiden Stadtteile herrscht eine fast durchgängige Bebauung im Stil der Gründerzeit, der Neurenaissance sowie des Spätklassizismus vor. Weiter nördlich besitzen die Häuser tendenziell weniger Stockwerke und weisen eine villenartige Ausstattung auf

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Infrastruktur u. Verkehr

Das Nordend zählt zu den am Besten angeschlossenen Stadtteilen Frankfurts. In Ost–West-Richtung werden sowohl Nordend-West als auch Nordend-Ost vom Frankfurter Alleenring erschlossen. In Nord–Süd-Richtung verlaufen gleich drei wichtige Ausfallstraßen. Die westlichste ist die Eschersheimer Landstraße, die Richtung Oberursel (Taunus) und Bad Homburg vor der Höhe. Dann folgt die Eckenheimer Landstraße am Hauptfriedhof und die Friedberger Landstraße, die Teil der Bundesstraße 3 ist.

Das Nordend hat aber auch die größte U-Bahndichte in Frankfurt. Gleich drei Linienäste der U-Bahn Frankfurt (U1/U2/U3, U4, U5) durchlaufen die Stadtteile und halten dort insgesamt zehn mal (Nordend-West: 8x, Nordend-Ost: 2x). Hinzu kommt eine Trasse der Straßenbahn Frankfurt am Main, die von der Linie 12 befahren wird. Die liegt auf der Friedberger Landstraße, die U-Bahn-Linien verlaufen unterhalb bzw. auf der Eschersheimer Landstraße, der Eckenheimer Landstraße und der Berger Straße. Dafür verfügt der Stadtteil über keinen Anschluss an das Netz der S-Bahn Rhein-Main oder der Regionalbahn.

Ein Thema über das zur Zeit diskutiert wird, ist der Bau einer Trasse der Bundesautobahn 66, die dann ab der Rat-Beil-Straße auch durch Nordend-Ost verlaufen würde, um dann einen Anschluss an die Bundesautobahn 661 zu ermöglichen. Der Bau eines anschließenden Tunnels unterhalb des Alleenrings, wie er schon seit 40 Jahren im Gespräch ist, ist zumindest vorläufig nicht vorstellbar.

Am 12. August 2008 wurde in Frankfurt am Main die erste Begegnungszone in Deutschland eingeweiht. Nach Schweizer Vorbild wurden im Nordend zwei Wohnstraßen durch neuartige Bodenmarkierungen und kommunikationsfördernde Möblierungselemente umgestaltet.


Geschichte

Vorgeschichte und Gutshöfe

Das Gebiet des Nordends war schon in der Antike besiedelt. Lange bevor die Stadt Frankfurt gegründet wurde, lag in der Nähe des Günthersburgparks an der heutigen Hartmann-Ibach-Straße eine römische Villa mit Gutshof, die zur Stadt Nida, dem heutigen Frankfurt-Heddernheim, gehörte. Im Mittelalter entstanden einige königliche Meierhöfe, aus denen an der Wende zur Neuzeit Gutshöfe der Frankfurter Patrizier wurden. Die Namen einiger dieser Höfe finden sich bis heute in Straßenbezeichnungen wieder:

Auf dem hr-Gelände überdauerte der aus massiven Bruchsteinen erbaute und lange Zeit von einem Wassergraben umgebene Wehrturm des Kühhornshofs. Er wurde wohl Anfang des 16. Jahrhunderts auf den Resten eines eingestürzten Vorgängerbaus errichtet und 1715 in seine heutige Form gebracht. 1600 erwarb Heinrich von Bertram den Hof. Seitdem kommt auch der Name Bertramshof vor. An diesen Hof erinnern die Straßen Kühhornshofweg, Bertramstraße und Bertramwiese die zugleich die nördlichste Ausdehnung von Nordend-West darstellen. Überregionale Bekanntheit hat die Bertramstraße und der „Bertramshof“ durch den hr. Nach aufwändiger Restaurierung beherbergt der Turm heute einen Seminarraum und ein Kaminzimmer.
  • Holzhausenhof“ oder „Holzhausen-Oed“, wegen der Abgelegenheit
Neben dem noch erhaltenen Wasserschlösschen, das die Patrizierfamilie Holzhausen im 18. Jahrhundert errichten ließ, und der Holzhausenstraße, die den ehemaligen Hof nördlich tangiert, erinnert noch der Oeder Weg, der schon lange zum (Holzhausen-)Oed führt an diesen Gutshof. Die umgebenden Annastraße, Justinianstraße und Hammanstraße nehmen Bezug auf die Vornamen einzelner Familienmitglieder.
  • Stalburger Hof“ oder „Stalburger Oed“, östlich des Holzhausen-Oeds
Dorthin zweigte der Oeder Weg ab. Die Stalburgstraße verläuft heute nördlich davon.
  • Glauburger Hof
Dieser Hof lag zwischen Friedberger und Bornheimer Heide. 1690 gerät der Hof in die Hände von Johann Jakob Günther, dem Namensgeber des heutigen Günthersburgparks, der anstelle des Hofs angelegt wurde.

Seit Ende des 14. Jahrhunderts waren diese Gutshöfe durch die Frankfurter Landwehr geschützt.

Gründerzeit

Der Name Nordend entstand um 1850. Zu dieser Zeit stellte es die nördlichste Ausdehnung der städtischen Bebauung dar. Die Fläche zwischen der ehemaligen Kernstadt und dem „lustigen Dorf“ Bornheim wurde im Bauzonenplan von Frankfurt als Wohnviertel ausgewiesen und in der Gründerzeit nach der Jahrhundertwende dicht bebaut, sodass es zum Stadtteil mit der höchsten Bevölkerungsdichte wurde. Breite Alleen in wilhelminischem Stil entstanden und auch heute noch ist roter Sandstein häufige Sockelverkleidung der meist vierstöckigen Häuserzeilen. Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man zum ersten Mal das Stadtgebiet in statistische Bezirke einzuteilen. Das Nordend bestand somit aus den Bezirken 12, 13, 20, 21, 22, 23 und 24. Diese Nummerierung blieb bis heute nahezu unverändert. Unter Oberbürgermeister Franz Adickes expandierte das Nordend und die anderen gründerzeitlichen Stadtteile stark. Um der Bebauung eine Grenze zu setzen, wurde eine zweite Ringstraße angelegt, die die stark verdichteten Wohngebiete umschließen sollte.


Weblinks

 

Institutionen

Quelle: wikipedia.de

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